Also ich vor zwei Wochen eine Story auf Instagram zum Weg meiner Ernährungsumstellung hin zu vegetarischer Ernährung gemacht habe – und dabei erzählt habe, was die Ernährungsumstellung bei Schuppenflechte bei mir bewirkt hat, habe ich nicht mit diesem großen Interesse gerechnet. Als ich mich jetzt im Vorfeld zu diesem Artikel mit ein paar Fakten und Zahlen zu Psoriasis beschäftigt habe, wurde mir klar warum:

3% aller Deutschen leiden unter Schuppenflechte

Quelle Psoriasis Bund

Das hört sich jetzt erst einmal nach gar nicht so viel an. Dabei bedeutet dies, dass in Deutschland 2.4 Mio. Menschen an Psoriasis erkrankt sind (Quelle: Psoriasis Bund) 

Was sind Schuppenflechten?

Schuppenflechte am KopfIn schlimmen Zeiten sah mein Kopf so aus! 

Zuerst die gute Nachricht. Schuppenflechten sind nicht ansteckend. Allerdings können sie – oder zumindest die Anlage für Schuppenflechte vererbt werden. So wie dies bei mir der Fall ist. 
Leidet man unter Psoriasis hat man eine autoimmun vermittelte Entzündungskrankheit im Bereich der Zellenbildung. Hautzellen entwickeln sich wesentlich schneller als bei einem „gesunden“ Menschen. In nur 6 bis 7 Tagen erneuert sich meine oberste Hautschicht. Anstatt normalerweise in 26 bis 27 Tagen. Das hört sich jetzt erst mal gar nicht so schlimm an. Das Problem: Diese sich schnell entwickelnden Hautzellen sind noch nicht „fertig entwickelt“ und führen somit zu einer Verdickung auf der Haut, da sie sich nicht wie gesunde Zellen automatisch von der Oberfläche lösen.


Meine Schuppenflechte auf dem Kopf

Ich habe das große Glück, dass ich die meiste Zeit nur Schuppenflechte auf dem Kopf habe. Denn diese sieht man nicht direkt und ist somit auch nicht komischen Blicken ausgesetzt. Allerdings führte es auch immer dazu, dass ich keine dunkle Kleidung tragen konnte, da ich innerhalb weniger Minuten aussah, als sein ich aus einem Schneesturm gekommen. Ich hatte riesige schuppige Stellen am Kopf, die ich mir nachts immer wieder blutig kratzte. In besonders stressigen Phasen wanderte die Schuppenflechte auch auf mein Auge und teilweise sogar in mein Innenohr. 
Das tat weh, sah nicht schön aus und war einfach nur unangenehm!

Langsame Ernährungsumstellung – mein Weg

Bereits vor ca. 6 Jahren begann meine Reise der Ernährungsumstellung. Ich war so müde von diesen ständigen Schuppen und offenen Stellen am Kopf, hatte alles an Cremes und Shampoos ausprobiert was der Markt hergab. Aber nichts half. In einem alten Gesundheitsbuch, das mir eine Kollegin zeigte wurde der Einfluss von Schweinefleisch auf Psoriasis benannt. Ich entschloss mich darauf hin kein Schweinefleisch mehr zu essen und konnte kleine Verbesserungen feststellen.

Also ich mich vor 3 Jahren dazu entschied, ganz auf Fleisch zu verzichten und mich von da an nur noch vegetarisch zu ernähren, stellte sich die nächste Besserung ein. Die „Schuppenkrater“ die ich bis zu diesem Zeitpunkt immer auf meinem Kopf hatte, verschwanden fast komplett. Und auch der Befall der Augen und Ohren wurde immer weniger. 

Tatsächlich war meine Entscheidung Vegetarierin zu werden gar nicht durch meine Psoriasis getrieben – sondern vielmehr mein Wunsch, keine Mitschuld mehr am Leiden der Tiere zu haben und zudem meinen CO2 Abdruck zu verringern. Den positiven Einfluss auf meine Haut nahm ich aber gerne mit. 

Der Schlüssel für meine Psoriasis – der Verzicht auf Milch

Durch diesen Erfolg „angefixed“ begann ich weiter an meiner Ernährung zu arbeiten. Die Schuppenflechte war zwar deutlich besser geworden. Aber ich hatte sie eben immer noch nicht ganz im Griff. Oft las ich, dass Milch einen starken Einfluss auf Schuppenflechte haben kann. Doch die Vorstellung, keine Milch und damit auch keinen Cappuccino mehr trinken zu können schien mir einfach zu radikal.

Nach einem starken, stressbedingten Schub vor einem Jahr war mein Leidensdruck so hoch, dass ich mich doch dazu entschied, keine Milch mehr zu mir zu nehmen. Der Erfolg, der sich schon nach 3 Wochen ohne Milchkonsum einstellte war wirklich unglaublich!

Das Jucken auf meinem Kopf war komplett weg. Sämtliche Schuppen-Krater ebenfalls. Mit so einer Wirkung hätte ich niemals gerechnet. Zu Beginn versuchte ich meinen heissgeliebten Cappuccino noch mit Alternativprodukten wie Mandel- oder Hafermilch zu trinken. Doch nichts schmeckte wie das Original. Und so wurde ich vor einem Jahr Espresso-Trinkerin aus Überzeugung.

Vor ca. 6 Monaten trank ich auf einem Firmenevent, auf dem es keinen Espresso gab, Filterkaffee mit einem Schuss Milch. Innerhalb von 2 Stunden begann mein Kopf zu jucken und sich erste Schuppenstellen zu bilden. Mit so einer starken Reaktion meines Körpers hätte ich niemals gerechnet. 

Für mich war dies einmal mehr der Beweise dafür, dass mein Körper und Milch einfach keine gesunde Kombination sind und bleiben.

Meine Ernährungsumstellung ist ein Weg mit vielen, kleinen Schritten

Da mein Weg raus aus den Schuppenflechten kein schneller und radikaler war, konnte und kann ich den Einfluss von Lebensmitteln auf meinen Körper immer gut nachvollziehen. Joghurt und Quark zum Beispiel vertrage ich auch weiterhin gut. Was wahrscheinlich etwas mit dem Aufbau der Milchbakterien zu tun hat. Tatsächlich war ich noch nie ein großer Joghurt-Fan. so dass ich diesen auch nicht im Übermaß zu mir nehme. Aber hin und wieder ein paar Löffel Joghurt haben tatsächlich keinen Einfluss auf meine Schuppenflechte.

Hört auf euren Körper

Zurückblickend kann ich heute sagen, dass ich mir viele lange Jahre mit Psoriasis wahrscheinlich hätte ersparen können, wenn ich schon viel früher auf meinen Körper gehört hätte. Ich war noch nie ein großer Fleisch- Fan und habe schon immer gerne auf vegetarische Rezepte zurück gegriffen. Mehr als zwei Cappuccino am Tag verursachten bei mir ein damals nicht definierbares Unwohlgefühl. Alles Anzeichen meines Körpers, dass mir diese Lebensmittel nicht gut taten. Doch ich habe sie nicht ausreichend wahr genommen.

Auch heute gibt es immer noch Phasen, an denen meine Schuppenflechte wieder zurück kommt. Nie mehr so stark wie früher. Und bei weitem nicht so hartnäckig und ausdauernd. Aber dieser Autoimmundefekt ist nun mal in meinem Körper. Heute ist Stress eigentlich der einzige Auslöser, der für diese Hautreaktionen noch verantwortlich ist. Und irgendwie bin ich darüber auch ganz dankbar. Denn so zeigt mir mein Körper sehr deutlich, wann sich mein Kopf mal wieder viel zu viel vorgenommen hat.