Die liebe Janina von Herzmutter.de fragte vor einigen Tagen ob der beruflicher Erfolg von Müttern nicht auch in Zukunft eher die Ausnahme als die Regel bleiben wird?
Im Zuge einer daraus entstandenen Diskussion meinte sie zu mir, dass ich diesbezüglich für sie ein Vorbild wäre.

Ja, ich habe 3 Kinder und einen mich ausfüllenden Job – sowohl zeitlich mit 30 Stunden, als auch inhaltlich mit einem Tätigkeitsfeld, das ich liebe.
Doch: Ich habe weder Personalverantwortung noch bin ich fachliche Leiterin einer Abteilung oder habe einen ähnlichen beruflichen Status, aus dem sich mein beruflicher Erfolg ableiten würde.

Woraus sollte sich also aus meiner beruflichen Tätigkeit Erfolg ableiten können?
Oder anders gefragt:

Wie wird beruflicher Erfolg definiert?

Es gibt eine Szene aus dem Film „Fame“, der in meinen Augen genau widerspiegelt, was Erfolg wirklich ist.

Erfolg definiert sich meiner Meinung nach nicht über einen dicken Gehaltsscheck oder die Führung eines hochtrabenden Berufstitels.

Beruflicher Erfolg ist viel mehr der Luxus das tun zu können, was einem Freude bereitet!

Ich bin der festen Überzeugung, dass berufliche Leidenschaft und beruflicher Erfolg sehr nah bei einander liegen. Dann, wenn ich etwas gerne und voller Leidenschaft mache, dann bin ich auch richtig gut darin.

Mir ist bewusst, das die Möglichkeit diese Leidenschaft so leben zu können ein echter Luxus ist. Doch auch mein Weg dahin war nicht immer nur voller Sonnenschein.

Als meine Kinder ganz klein waren habe ich ganz bewusst den Schritt in die zweite Reihe gewählt um damit Flexibilität und Zeit für mich und meine Familie zu gewinnen.
Denn gerade wenn die Kinder ganz klein sind, dann ist das mit der Vereinbarkeit in meinen Augen besonders schwer. Das war nicht immer leicht für mich zu sehen, wenn Kollegen mit weniger Berufserfahrung mit 25 Jahren meine Vorgesetzten wurden und ich mit Mitte 30 immer noch nur in der zweiten Reihe arbeitete.

Jetzt, wo das Madl 2 Jahre ist war für mich der richtige Zeitpunkt wieder einen Schritt nach Vorne zu machen und ich kann dies nun nicht nur mehr genießen sondern kann dies auch mit meinem Gewissen den Kindern gegenüber vereinbaren.

Vor einigen Tagen habe ich auf einer Weiterbildung eine tolle Frau kennengelernt, die bis zum 12. Geburtstag ihres Kindes immer nur in Teilzeit gearbeitet hatte. Und als sie das Gefühl hatte alle sind aus dem Gröbsten raus hat sie beruflich noch mal angegriffen und ist heute, 2 Jahre später Geschäftsführerin eines Golf Club.

Beruflicher Erfolg und der richtige Zeitpunkt und die Möglichkeiten dafür sind so unterschiedlich und individuell. Es gibt so viele Wege dort hin und Erfolg kann so viele unterschiedliche Farben und Formen haben.

Wenn wir es schaffen dies für uns anzunehmen, dann nehmen wir uns den Druck die nächste Marissa Mayer werden zu müssen, sondern schaffen es vielleicht auch mit unserem ganz persönlichen Erfolg glücklich zu werden.

Ich wünsche Euch eine tolle Woche

Eure Andrea