Dieses Jahr hat es echt in sich! Beruflich, privat wie auch gesellschaftlich. Wo ich früher binnen Sekunden eingeschlafen bin, brauche ich heute oft sehr lange, bis ich zur Ruhe komme. Mein Gedankenkarussell fährt mit mir Achterbahn und zu viel, was mich beschätigt und ich nicht mehr gedanklich verarbeiten kann lässt mich unruhig werden. Nach zwei recht einschneidenden Erlebnissen fasste ich nun den Entschluss mir Hilfe von Außen zu holen, um Veränderungen in diesen immer wiederkehrenden gedanklichen Prozess zu bringen.

Triggerpunkte: Wie ich meine verletzbaren Stellen zu benennen lernte

Mein erster Gang führte mich zu einer Psychologin vor Ort, die eine „Erstanamnese“ stellen sollte. Nur nach dieser Anamnese ist klar, ob die Kasse eine Behandlung durch eine Psychologin überhaupt bezahlen würde.

Nachdem ich diesen „Bedarfsschein“ in den Händen hielt und ich auf dies Suche nach einer Therapeutin mit Kassenzulassung machte wurde recht schnell klar: Entweder ich nehme eine lange Wartezeit oder einen langen Anfahrtsweg in kauf, um zeitnah einen Platz zu erhalten.

Doch irgendwie erschien für mich beides nicht als die ideale Lösung. Denn nachdem ich den ersten Schritt in diese Richtung gemacht hatte, wollte ich mit dem zweiten nicht zu lange warten – und ein langer Anfahrtsweg und damit auch eine damit verbundene höhere Zeitinvestition bedeutete auch wieder mehr Stress. Und genau diesen wollte ich ja gerne zu vermeiden lernen.

So entschied ich mich für eine ausgebildete Coachin und Psychologin ohne Kassenzulassung vor Ort und beschloss, die entstehenden Kosten selbst zu tragen und als erste Investition in mich selbst zu sehen. Eine Entscheidung, die ich bis dato keine Sekunden bereut habe.

Im Erstgespräch fragte sie mich, welche Erwartungshaltung ich an das Coaching hatte? Da ich mich vorab lange Gedanken genau darüber gemacht hatte war für mich klar:

  • Ich will lernen mich besser abgrenzen zu können
  • Ich möchte nicht mehr so wütend sein
  • Ich möchte das Handwerkzeug erlernen um die beiden oben genannten Punkte zu erreichen

Triggerpunkte: Warum regst Du Dich denn nur so auf?

Sehr schnell wurde klar, dass der erste Schritt für mehr Gelassenheit das Kennen der eigenen Themen ist. Was stresst mich? Was regt mich auf? Wo verliere ich schnell die Geduld?

Kurz: Was sind meine Triggerpunkte.

Und die noch viel spannende Frage: Woher kommen genau diese Triggerpunkte?

Denn was mir bis zu diesem Zeitpunkt selbst gar nicht so bewusst war:

In der Regel gibt es einen Grund, warum uns Dinge triggern. Warum wir „allergisch reagieren“ auf bestimmte Ereignisse oder Verhaltensweisen.

Sobald diese Trigger gedrückt werden reagieren wir in der Regel nicht mehr so Gelassen und nachsichtig wie wir es bei Themen tun die eben nicht diese alten Muster „negativ stimulieren“

Diese Reise zu mir war wirklich spannend. Und ist es immer noch.
Sie zeigt mir, wo ich verletzlich bin und warum. Dies zu verstehen löst so unglaublich viel und befreit.

Sie hilft mir im Umgang mit meinen Kindern. Sie hilft mir in meiner Ehe.

Auch, wenn ich heute mit 41 viel mehr in mir ruhe, wie ich es noch vor 10 Jahren getan habe, gab und wird es immer Themen geben, die schwieriger sind als andere. Dies zu sehen, anzunehmen und dadurch die Möglichkeit zu haben daran arbeiten zu können.

Das war wohl das Beste, was mir dieses sonst sehr anstrengendes und aufwühlende Jahr gebraucht hat. Und dann macht alles auf einmal irgendwie wieder Sinn.