Manchmal lernt man Frauen kennen und ist von Anfang an begeistert von Ihnen. Genau so ging es mir, als ich auf einem Treffen des Working Moms e.v. Natascha kennen lernen durfte – die Gründerin der herCAREER.

Damals stand sie kurz vor der Gründung Ihrer eigenen Messe Gesellschaft und versprühte so viel positive Energie, Mut und Leidenschaft, dass ich mir sicher war, dass sie einen erfolgreichen Weg vor sich hat.

Heute, knapp 6 Monate später steht sie bereits in den letzten Zügen der Planungen für die Messe herCAREER, die  am 15.10 und 16.10.2015 in München im MTC stattfindet. Diese richtet sich an Absolventinnen, Frauen in Fach und Führungspositionen und Existenzgründerinnen.

herCAREER – die Messe für berufstätige Frauen!

Daher freue ich mich sehr, dass Natascha bei meiner Serie „Frauen im Job“ mitmacht:

© Natascha Hoffner

© Natascha Hoffner

Erzähle mir doch kurz in ein paar Worten, wer Du bist und was Du machst?

Ich bin Natascha Hoffner und seit kurzem Wahlbayerin. Ich habe das schöne Mannheim vor knapp einem Jahr verlassen und bin zu meinem Mann und meinen beiden Kindern in den Münchner Osten gezogen.

Und dann kamst du auf die Idee, eine eigene Messe zu gründen?

Na ja, es heißt ja schließlich: Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich ein Fenster – oder so ähnlich. Und so war es auch bei mir. Ich gehe Dinge auch mal sehr pragmatisch an, öffne gerne selbst ein Fenster, wenn es mir nicht schnell genug geht. Ich glaube, das beschreibt mich ganz gut. Ich gehöre definitiv zu der Kategorie Mensch, die sich als Macher bezeichnet. So bin ich dann auch bei meinem ersten eigenen Unternehmen gelandet. Was für ein tolles Gefühl! Ganz genau habe ich die messe.rocks GmbH im April diesen Jahres gegründet – eine private Messegesellschaft, die unabhängig vom Standort eigene Messen konzipiert und durchführt und dann natürlich erfolgreich und langfristig am Markt positioniert.

Was ist dein erstes Projekt?

Ganz konkret habe ich die herCAREER ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um die erste und einzige Karrieremesse für Frauen in Deutschland, die alle Aspekte einer weiblichen und familiären Karriereplanung berücksichtigt. Das ist ein völlig neues Konzept und findet am Markt – sei es von Seiten der Unternehmen aus den verschiedenen Ausstellungsbereichen, den Arbeitgebern, aber insbesondere bei den Frauen selbst einen unglaublichen Zuspruch. Wir sind mit dem Thema gerade am Puls der Zeit. Die Messe möchte Frauen dort abholen, wo sie gerade stehen. Ob das der Jobeinstieg oder -aufstieg, der Wiedereinstieg oder das Thema Gründung ist, bleibt gleich. Es liegt mir persönlich am Herzen mit und für Frauen, aber auch Männern, die sich zum Beispiel dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf verpflichtet fühlen, etwas zu bewegen und zu verändern. Im Übrigen möchten wir auch ganz bewusst die Männer bei unserem Veranstaltungsformat nicht außen vor lassen. Denn um Frauen in Führung zu bringen, braucht es Männer, die Frauen in Führung nachziehen. Diesen Männern möchten wir im Rahmen der herCAREER eine „Bühne“ bieten und sie in den Austausch mit karriereinteressierten Frauen bringen.

Hat du denn schon Erfahrungen gehabt, Messen zu veranstalten? Oder bist du Neuling auf diesem Gebiet?

Dabei muss ich noch einmal auf Mannheim und natürlich meine Familie zurückkommen. Ich hatte viele Jahre für eine private Messegesellschaft in Mannheim gearbeitet und das Unternehmen von der allerersten Messe bis zur Durchführung von – ich glaube – über 100 Messen (ich habe sie dann irgendwann nicht mehr alle gezählt) begleitet und auch aktiv mitgestalten dürfen – zuletzt in der Rolle als Geschäftsführerin. Ich möchte nicht verheimlichen, dass ich zusammen mit dem damaligen Gründer ein Unternehmen aufgebaut habe, mit dem wir Europas größter Veranstalter von Fachmessen für das Personalmanagement gewesen sind bzw. er es bis heute noch ist. Wer im Bereich Personalmanagement zu Hause ist, dem ist sicherlich die Messe Zukunft Personal in Köln ein Begriff. Das war eine tolle Zeit, die ich mit vielen tollen Kollegen, aber auch Kunden und Partnern teilen durfte. Es war aber auch eine sehr lehrreiche Zeit. Ich habe das Messemachen, wenn man so will, von der Pike auf gelernt.

Und was passierte dann?

Dann wurde ich schwanger. Völlig unerwartet und ungeplant. Das hat mich erst einmal total umgehauen. Aber da gab es jemanden, der mich gestützt und mir alle Möglichkeiten offen gehalten hat – meinen Mann! Und ja ich gebe Sheryl Sandberg absolut Recht, die gesagt hat, dass die eigene Karriereplanung eindeutig schon bei der Partnerwahl beginnt. Ich habe das große Glück, einen unglaublich verständnisvollen Partner an meiner Seite zu haben. Ok, wenn er hinter mir herräumen muss, was hin und wieder vorkommt, dann sinkt natürlich auch sein Verständnis für mich. Nein, aber Spaß beiseite. Er hat es mir ermöglicht, meinen Job, der mal eben rund 400 km vor den Türen Münchens lag, in Vollzeit weiter nachkommen zu können. Er hat sich die Zeit genommen, um beim ersten Kind über sechs Monate daheim zu bleiben und sich nach seinem Wiedereinstieg rund vier Tage die Woche alleine um den jungen Max zu kümmern. Da mein Mann und ich beide in einer Großfamilie mit vielen weiteren Geschwistern groß geworden sind, war klar, dass da möglichst rasch noch ein Geschwisterchen nachfolgen muss. Und so kam Emma vor rund elf Monaten zu Welt. Da war dann aber auch sicher, dass ich meinem Mann nicht alles alleine überlassen kann und möchte. Ich habe mich also dazu entschlossen, meinen Erstwohnsitz in den Münchner Osten zu verlagern. Eine gute Entscheidung! Vier Monate nach meinem offiziellen Abschied bei meinem damaligen Arbeitgeber habe ich die messe.rocks GmbH gegründet – ohne meine Kinder wäre es sicherlich nicht so schnell dazu gekommen, auch wenn ich schon früh für mich wusste, dass ein „Unternehmerinnen-Gen“ in mir schlummert.

Was meinst du denn mit „Unternehmerinnen-Gen“?

Ich habe nie einen Unterschied gemacht zwischen dem Angestelltenverhältnis oder einer Selbstständigkeit. Ich hatte gerade gestern gelesen, dass dann von einem intrapreneurialem Verhalten gesprochen wird, nämlich wenn Angestellte sich innerhalb eines Unternehmens so verhalten, als ob sie selbst Unternehmer wären. Ich glaube einfach daran, dass wenn man eine Sache aus Begeisterung und aus Leidenschaft macht, dass sich auch fast von ganz allein Erfolg einstellt. Warum nur „fast von ganz allein“? Weil ich glaube, dass neben der ganzen Anstrengung es manchmal sogar ein bisschen Glück benötigt, weil es auch die richtigen Leute an der richtigen Stelle braucht, die einen nicht nur fordern, sondern auch fördern. Und dieses Glück hatte ich. Der damalige Gründer des Unternehmens war genau dieses Glück, denn er hat mir immer wieder Türen und Fenster geöffnet. Durchgehen musste ich allerdings selbst. Das war eine verdammt intensive Zeit, auch weil ich mit dem Unternehmen wachsen durfte und viele Höhen und Tiefen hatte. Aber auch jetzt freue ich mich auf eine neue spannende Zeiten mit vielen neuen Herausforderungen.

Wie vereinbarst Du Kinder und deinen Job?

Die wichtigste Stütze ist – wie bereits gesagt – mein Mann, der einen wirklich großen und wesentlich Teil von allem übernimmt, sei es die über 16 Monate Elternzeit, die Elternabende oder auch das abendliche Essenkochen. Wir haben die Aufgaben im Haushalt ziemlich klar verteilt und uns auch schon den „Luxus“, gegönnt uns Unterstützung im Haushalt zu holen. Das ist einfach unglaublich wertvoll und schafft Freiräume für die Familie insbesondere am Wochenende. Da die Betreuungszeiten in der Krippe, wenn mein Mann demnächst wieder arbeitet, nicht wirklich mit unseren Arbeitszeiten zu vereinbaren sind, haben wir uns dafür entschieden ein Au-pair-Mädchen zu engagieren. Das macht es uns ein bisschen einfacher in der täglichen Organisation.

Was wünscht du dir von der Politik und der Gesellschaft in Bezug auf arbeitende Mütter?

Auch wenn ich nicht diejenige bin, die non-stop ein Handeln von der Politik fordert, weiß ich, dass durch die Politik Rahmenbedingungen nachhaltig verbessert werden können. Wenn wir über Veränderungen sprechen, glaube ich aber auch, dass wir selbst aufgefordert sind in den Unternehmen, für die wir arbeiten oder die wir leiten, an unserem Umgang mit Eltern und Frauen etwas zu ändern und alte Modelle selbst auch öfters in Frage zu stellen. Sich auf Veränderungen einzulassen, ist sicherlich nicht einfach. Wenn wir die vielseitigen Erwerbsbiografien und Kompetenzprofile von Frauen besser für den Arbeitsmarkt nutzen wollen, müssen wir anfangen, die noch immer vorherrschenden Vorurteile gegenüber Frauen und Müttern abzubauen. Eine Einstellung und eine Förderung sollte ungeachtet vom Geschlecht erfolgen. Von uns allen wünsche ich mir mehr Toleranz und einen konstruktiven Austausch.

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Warum sollten meine Leser zu deiner Messe kommen?

Die Messe bietet dir unglaublich viel. Das Programm ist derart umfangreich. Lass mich zuvor erklären wie die Messe konzipiert ist. Ausstellerseitig stützt sich die Messe auf vier Säulen. Da sind zunächst die Arbeitgeber und die Weiterbildungsangebote von Hochschulen und Akademien, wenn es etwa um berufsbegleitende Studiengänge oder Aufbaustudiengänge geht und Weiterbildung rund um die Persönlichkeit- und Kompetenzentwicklung. Weiter wollen wir mit der Messe Angebote für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorstellen. Neben den Kinderbetreuungseinrichtungen, Krippen also auch Au-Pair-Zentralen, Hausaufgabenbetreuung, Lieferdienste oder Kinderferienprogramme. Und die vierte Säule soll ganz unter dem Thema Existenzgründung stehen. Gerne möchten wir damit so weit gehen, dass die Gründerinnen neben der Existenzberatung und der Gewinnung von Kreditgebern auf der Messe auch schon erste Angebote finden, um ihr Business erfolgreich zu starten. Soll heißen: Büroplätze, oder Co-Working-Spaces bis hin zum Telekommunikationsanbieter und vielleicht schon erste Kontakte zu Grafikern oder SEO-Agenturen. Soviel zum Aufbau der Messe.

Und was bietet die herCAREER inhaltlich?

Einiges … Im Fokus stehen zum Beispiel die Karriere-Meetups, also der persönliche und fachliche Austausch mit Experten und Gleichgesinnten. Ausgewählte Verbände, Vereine, Netzwerke, Initiativen und Unternehmen bringen Frauen mit erfahrenen Persönlichkeiten zum fachlichen und persönlichen Austausch rund um die eigene Karriereplanung zusammen. Hier profitiert man vom Wissen und den Erfahrungen der Mentoren, Unternehmerinnen, Experten und Personalverantwortlichen aus dem Recruitment und der Personalentwicklung. Das Karriere-Meetup ermöglicht dir in kleiner Runde mit Gleichgesinnten einen qualifizierten und wertvollen Austausch unter anderem zu den Themen Führung, Existenzgründung, Mentoring, Unternehmensnachfolge und vieles mehr.

Wen kann ich auf der Messe denn treffen? Kannst du schon Namen nennen?

Natürlich, denn auch die Vortragsforen sind eine tolle Anlaufstelle, um spannenden Podiumsdiskussionen zu den unterschiedlichsten Themen zu folgen, und unsere Keynotes sind einfach vielversprechend. So konnten wir Heidi Stopper als eine der Keynotes der herCAREER gewinnen. Sie war Personalvorstand bei der ProSiebenSat.1 Media AG und Vice President Human Resources bei EADS Astrium Satellites. Auch über die Zusage von Prof. Susanne Porsche freue ich mich. Sie wird als Keynote-Speakerin der herCAREER das Themenfeld Unternehmensgründung um einen spannenden Vortrag bereichern. Frau Porsche produziert Fernseh- und Kinofilme, schreibt Bücher und gründet Unternehmen. All das ist bereits im Eintrittspreis von 10 Euro – bei Online-Vorab-Ticketkauf unter www.her-career.com/ticketshop – inkludiert.

© Quelle_Franz-Pfluegl

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Netzwerken ist doch auch ein großes Thema, oder?

Natürlich. Hervorheben möchte ich die Netzwerkveranstaltung herCAREER@Night am Abend des ersten Messetages, dem 15.10.2015. Hier treffen die Network-Teilnehmerinnen auf Personalverantwortliche, Unternehmerinnen, Existenzgründerinnen und Experten der unterschiedlichsten Branchen. Sie alle haben eins gemeinsam – sie wollen ihr berufliches Netzwerk erweitern und Frauen in ihrer Karriereplanung bestärken und unterstützen. Bereits im Vorfeld kündigen wir die teilnehmenden Expertinnen an, die eine Tischpatenschaft übernehmen und damit als Table Captains fungieren. Wir haben hier wirklich tolle und bekannte Persönlichkeiten dabei wie Robert Franken, Feminist und „Digitaler Potenzialentfalter“, Chief Digital Officer für Luna media ehemals CEO von Chefkoch.de. Dabei sind auch Daniela Mündler, Vorstand der Lottowelt AG, Heidi Stopper ehemaliger Personalvorstand der ProSieben Sat.1 Media AG, Esther Eisenhardt Gründerin von MomPreneurs, Frank Kohl-Boas, Head of HR Northwest, Central & Eastern Europe bei Google Germany, Claudia Michalski, Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Handelsblatt, Monika Fendt Verlagsgeschäftsführung der Cosmopolitan, Freya Oehle, Gründerin von Spottster um nur einige Namen zu nennen. Die Zuordnung der Table Captains erfolgt übrigens nach dem Prinzip first come, first served unter allen angemeldeten Netzwerkteilnehmerinnen circa ein bis zwei Wochen vor der Veranstaltung. Anmeldungen nehmen wir unter www.her-career.com/atNight entgegen.

Und warum sollten Aussteller auf deiner Messe auftreten?

Auch dafür gibt es viele gute Gründe. In erster Linie natürlich, weil sie genau die Personen auf der Messe vorfinden, nach denen sie suchen. Und weil sie den Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern schätzen und ihr Netzwerk um eine ganze Reihe motivierter und karriereinteressierter Frauen erweitern wollen. Aber natürlich auch, weil sie das Potenzial von Frauen erkannt haben und sie fordern, aber auch fördern möchten. Die Messe bietet den Ausstellern eine tolle Möglichkeit, sich gegenüber der Zielgruppe klar zu positionieren und das Engagement ihr gegenüber sichtbar zu machen.
Es gibt unglaublich viele Arbeitgeber, die gerade Frauen und Familien sehr aufgeschlossen sind und diese ganz klar für sich in den Fokus genommen haben. Dieses Engagement der Arbeitgeber wollen wir mit der Messe gegenüber den Besucherinnen sichtbar machen.

Wie ist eigentlich die Resonanz auf eure Messe?

Sehr gut, auch aus der Politik haben wir unglaublich tolle Rückmeldungen. Die Messe steht zwischenzeitlich unter der Schirmherrschaft von Ilse Aigner, der stellvertretenden Ministerpräsidentin und Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, sowie Emilia Müller, der Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Aber auch Bundesminister Sigmar Gabriel hat sich positiv gegenüber der Messe ausgesprochen. Er begrüßt das neue und innovative Veranstaltungskonzept und hat die Projektträger seiner Initiative „FRAUEN unternehmen“ aufgefordert, sich im Rahmen der Messe zu präsentieren.
Seit Kurzem hat sogar Herr Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern und des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages BIHK eine Schirmherrschaft für die herCAREER übernommen.

Wo siehst du dich beruflich in zehn Jahren?

Wow! Zehn Jahre ist natürlich eine lange Zeit, aber was ich dann von mir behaupten möchte, ist dass ich bzw. wir mit unserer Messe dazu beigetragen haben, etwas zu verändern oder zu gestalten. Wir wollen ganz klar die Karriereplattform sein, wenn es um die Themen Einstieg, Aufstieg, Wiedereinstieg oder Gründung von Frauen geht. Wir  wollen insbesondere als Netzwerk wahrgenommen werden, das den Austausch unter Frauen fördert, Frauen mit Karriereförderer in Austausch bringt und Frauen und ihr Können sichtbar macht. In jedem Fall freue ich mich schon heute, genau das mit auf den Weg bringen zu dürfen und ein Teil davon zu sein.

Danke Natascha für da Interview und viel Spaß und Erfolg mit deiner ersten Messe!

herCARRER – auch ich bin dabei!

Auch ich werde auf der herCAREER sein. Ich freue mich sehr, zusammen mit Nicole vom LOB Magazin zu folgendem Thema zusammen mit weiteren, tollen Frauen zu diskutieren:

Karrierek(n)ick Kind

Tag: Freitag, 16. Oktober 2015
Uhrzeit: 14.15 Uhr bis 15.00 Uhr

Ich würde mich sehr freuen, viele von Euch dort zu sehen.

Eure Andrea