Wir – die Mutter

Kommt Euch folgende Situation bekannt vor?

Ihr sitzt beim gemeinsamen Abendessen mit dem Göttergatten und dem Nachwuchs.
Eines der Kinder lässt die Gabel fallen, und der Göttergatte bückt sich, um die Gabel aufzuheben.
Als er wieder auftaucht meint er: „Wir müssen dringend den Boden wischen“

…..FREEZE….

Genau hier halten wir die Geschichte an. Denn es stellt sich die Frage:
Meinte der Liebste wirklich „Wir“. Gibt es denn eine tatsächliche Option zu dem (mit ziemlicher Sicherheit) gemeinten „liebe Frau – DU musst mal wieder den Boden wischen“?
Hat diese Feststellung also wirklich den Plural verdient?
Und warum spricht er sie dann im Plural aus, wo er doch den Singular meinte?

Dieses Phänomen kann ich bei uns zu Hause unter Anderem bei folgenden Gegebenheiten immer wieder beobachten:

Wir sollten dem Großen mal wieder neue Hosen kaufen.
Wir müssen mit dem Großen Gitarre üben.
Wir müssen uns für unsere Einladung am Samstag noch um einen Babysitter kümmern.

Dabei geht es mir gar nicht darum, dass ich erwarte, dass mein Göttergatte diese Aufgaben übernimmt. Er ist bei uns zuständig für Krankenkassen-Abrechnungen, das Kochen am Wochenende, die Sport-Ambitionen unserer Kinder uvm. Alles Aufgaben die ich selbstverständlich total selbstlos ihm überlasse.

Doch warum wird bei den „Mütter-Aufgaben“ immer von WIR gesprochen?

Ist das „Mutter-Wir“ von Haus aus eine Definition von allen lästigen Pflichten rund um das Kind?

Oder ist der Mut „Du musst mal wieder den Boden wischen“ zu sagen einfach nicht groß genug, weil der Liebste Angst vor über den Essenstisch fliegenden Gegenständen hat?

Des Rätsels Lösung habe ich noch nicht gefunden. Ich habe aber die große Hoffnung, dass unser Heim nicht das Einzige ist, in dem das „Mutter-Wir“ in Verwendung ist. Dann wäre mein „Mutter-Wir“ nicht so allein und es gäbe doch ein wenig Plural. Wenn auch nicht das, von dem ich oben sprach.

Ich bin gespannt.

 

Lieber Gruß

Andrea

1 Kommentar

  1. wir müssen…aufräumen, anders kochen, das Kind besser eincremen, mehr rausgehen, mal wieder den Schrank richtig einäumen, Wäsche waschen, die Treppe wischen…die Liste lässt sich beliebig erweitern, das „WIR“ ist hier auch so üblich, weil „wir“ scheinbar zu wenig perfekt sind oder „auch mal mehr machen könnten“… dem wir folgt hier das „allmählich“…allmählich sollte das Kind das und das können, oder irgndjemand irgendetwas erledigt haben….

    In diesem Sinne, viele Grüße von „uns“, wir machen uns heute einen faulen Sonntag und stimmen uns allmählich auf die nächste Woche ein

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.