Mutter von drei Kindern oder der Tag als mir klar wurde, ich kann es nicht allen Recht machen

Seit nun fast 6 Jahren bin ich Mutter von drei Kindern. Die bevorstehende Geburt meines dritten Kindes war damals auch der Beginn meiner Bloggerei. Somit gibt es meinen Blog „die-Anderl“ auch schon seit 6 Jahren! Aber dies nur als Information am Rande. Denn der Grund für diesen Blogbeitrag ist ein Telefonat mit einer lieben Freundin vor einigen Tagen, bei dem sie Rat von dreifach-Mama zu dreifach-Mama bei mir suchte. Denn auch, wenn das Leben mit drei Kindern meist wunderschön ist, ist es manchmal eben auch anstrengend und kräftezehrend.

 

6 Jahre Mutter von drei Kindern

Ich hatte nie einen festen Plan dazu, wieviel Kinder ich einmal haben wollte. Doch da ich selbst eines von vier Kindern bin und mein Mann eines von fünf Kindern, war uns eigentlich immer klar, dass wir mehr als nur ein Kind haben wollten.

Der eher große Abstand zwischen meinen beiden großen Jungs von 3 1/2 Jahren war primär meiner Fehlgeburt von der ich bereits hier schrieb geschuldet. Dass es beim dritten Kind dann so schnell ging, und meine beiden „Kleinen“ dann nur 22 Monate Abstand hatten, war zugegebenermaßen eher überraschend.  Aber so ist das nun mal mit Kindern. Es lässt sich nicht alles planen.

Die ersten zwei Jahre als dreifach-Mama waren hart. Denn ich hatte nicht nur zwei Wickelkinder, sondern eben auch noch drei recht kleine Kinder mit dem Wunsch nach Nähe, Aufmerksamkeit und somit dem ständigen Gefühl, keinem meiner Kinder so richtig gerecht zu werden. Zwei Hände und drei Kinder – das kann ja auch nicht so richtig gehen, oder?

Wenn die Jüngste gestillt wurde, wollte der Große ein Glas aus dem Schrank haben, oder der Mittlere eine frische Windel. Ich saß da, wusste nicht, wem ich zuerst helfen sollte und fühlte mich innerlich zerrissen.

Auch heute habe ich diese Situation noch fast jeden Tag. Der Große will mit mir für die Schule lernen, der Mittlere einen Freund anrufen und die Jüngste braucht Hilfe auf der Toilette. Wem helfe ich denn nun zuerst, ohne das sich keines meiner Kinder zurückgesetzt fühlt? Jeden Tag stelle ich mir diese Frage wieder und jeden Tag habe ich eigentlich wieder keine Antwort darauf.

 

Let´s face it: Ich kann es nicht jedem Recht machen!

Früher habe ich mich oft wie zerrissen gefühlt – und an schlechten Tagen fühle ich mich immer noch so. Doch irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich es wohl nie schaffen werde, allen Kindern gleichzeitig gleichermaßen gerecht zu werden. Das ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Vielmehr muss ich immer wieder situativ entscheiden, welches Bedürfnis und welcher Wunsch meiner Kinder in dem einzelnen Moment der mit der höchsten Dringlichkeit ist, oder vielleicht auch am schnellsten zu erfüllen ist und meinen Kindern immer wieder klar zu machen, dass sie Geduld haben müssen. Ich muss es aushalten, dass meine Kinder mit meiner Entscheidung nicht zufrieden sind und darauf vertrauen, dass sie mir dies nicht langfristig nachtragen werden. Nicht immer leicht – aber für mich der einzige Weg um bei all dem Wahnsinn mit drei Kindern nicht verrückt zu werden!

Denn ich muss ja nicht nur meinen Kindern gerecht werden, sondern auch mir selbst und mit meinen eigenen Kräften richtig haushalten.

Die Ansprüche der Anderen

Als wären die Ansprüche der eigenen drei Kinder nicht schon genug, sind da aber ja auch noch die Ansprüche und Erwartungen der „Anderen“ die ich als Mama immer wieder zu spüren bekomme und auch durch äußere Einflüsse an mich selbst stelle.

Denn es reicht ja nicht nur aus einfach Mama zu sein – nein – ich soll am besten auch täglich mit meinen Kindern basteln, lesen und spielen. Selbstverständlich sollten die Kinder auch keine Probleme in der Schule haben, immer hübsch gekleidet sein und auch sonst bitte keine „Probleme“ machen oder gar auffällig sein. Und falls dem doch so ist – dann liegt das sicherlich daran, dass ich das Ganze als Mutter nicht im Griff habe.

Aber wisst ihr was – darauf lasse ich mich heute nicht mehr ein!

 

 

Mama von drei Kindern

Manchmal hätte ich gerne auch Superkräfte

Manchmal kann ich einfach nicht mehr

 

Ich liebe meine Kinder über alles und gebe täglich mein Bestes. Aber es gibt eben auch Tage, da kann ich nicht  mehr. Da ist mir alles zu viel und da lässt jedes „Maaaammmaa“ mein Nervenkostüm noch mehr beben. Da will ich nur raus. Frage mich, was ich mir nur dabei gedacht habe drei Kinder zu bekommen und zweifele an meinen Mutterqualitäten. An diesen Tagen sehne ich den Moment herbei, wenn alle Kinder endlich im Bett sind und ich nichts mehr „muss“ und nichts mehr von mir „erwartet“ wird!

An solchen Tagen hilft mir oft nur eine Tafel Schokolade, ein Glas Rotwein oder ein Telefonat mit meiner besten Freundin, damit ich mich wieder etwas besser fühle. Aber ganz oft gehe ich auch einfach mit einem schweren Herzen ins Bett und fühle mich wie die schlechteste Mutter auf der ganzen Welt.

Es hilft mir, mich von den Erwartungen Anderer  zu lösen. Nur auf mich selbst zu sehen und auf meine drei Kinder. Mir immer wieder mantramäßig zu sagen, dass am Ende nur meine eigene Familie zählt und dass wir gemeinsam glücklich sind und nichts anderes.

Ich kann nicht alles haben und wollen und glaube auch, dass das dies ein falsches Vorbild für meine Kinder wäre. Vielmehr möchte ich ihnen zeigen, wie wichtig es ist, für sich selbst rauszufinden welche Werte, Ziele und Wünsche man wirklich selbst hat und was mein eigener Antrieb ist. Wenn ich das weiss – und den Weg somit vor mir sehe, fällt es mir viel leichter, mich von allem anderen frei zu machen.

 

Mutter von drei Kindern - raus an die frische Luft

Manchmal hilft einfach nur raus am besten!

 

Zurückblicken hilft mir dabei eine entspanntere 3fach Mutter zu werden

Auf der Suche danach, wie ich eine gute Mutter sein kann, hilft mir der Rückblick zu den glücklichsten Erinnerungen meiner eigenen Kindheit. Ich denke an die Wiese neben unserem Haus auf der wir mit den Nachbarkindern immer „arme Kinder“ gespielt haben und uns aus Löwenzahn und Birkenpollen eine „leckere“ Suppe gekocht haben. Ich denke an meine Judowettkämpfe und meinen Vater, der mit mir jedes Wochenende quer durch Deutschland fuhr und begeistert am Mattenrand stand. Ich erinnere mich an Frankreichurlaube und an das tägliche Abendessen mit der ganzen Familie.

Meine Essenz einer glücklichen Kindheit

Die Momente, in denen ich einfach sein durfte, gesehen wurde und gemeinsame Zeit mit meiner Familie hatte. Das ist meine persönliche Essenz einer glücklichen Kindheit. Das ist das, worauf es am Ende ankommt.

Geschwisterstreit, schlechte Noten in der Schule, Löcher in der Hose und unerfüllte Erwartungen gehören aber eben auch dazu und lassen sich nicht vermeiden. Egal ob man Mutter von drei Kindern ist oder von zweien, einem oder vieren.

 

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2 Kommentare

  1. Ganz genau so fühle ich mich seit der Geburt unseres dritten kindes vor 6 Jahren!
    Meine beiden Grossen machen mir andauernd Vorwürfe ich unternehme zuwenig mit ihnen. Und das stimmt ja auch! Denn Früher hatte ich Zeit für beide Kinder, Zeit zum Vorlesen jeden Tag eine Stunde, Spielplatz jederzeit, Ausflüge, an jedem Weekend ein Museumsbesuch. …Kindergeburi party vom Feinsten, alles selber vorbereitet ect. Nun nach der Geburt unserer dritten Tochter scheint es so, dass ich gar keine Zeit mehr finde zum basteln, malen, Vorlesen….stattdeßen überhäufen mich die Wäscheberge, Am Wochenendende bin ich nur noch Müde…arbeite ja auch 60% und bin auch nicht mehr 26 … die kleinste ist problemlos, zieht mit, findet immer Freunde, ist immer Glücklich und strahlend. Es liegt darum auch nicht an ihr. Sondern einfach an der Situation an sich. Die Grossen sind in der Schule (4 und 7 Klasse) und das fordert mich ganz schön. All diese Hausaufgaben, Veranstaltungen, überhaupt alle diese Termine: Kindergartenbrunch, Theateraufführung, Tanzaufführung, Schwimmwettkampf, Projektwoche, Lehrergespräche, Elternabende (mal 3) ect. Ect. Und wo geht man nicht hin? Und natürlich überall Kuchen, Dessert, Salat und Mithilfe…. Ich mache also die ganze Zeit alles für meine Kinder, keine Freizeit und die kleinen Fühlen sich immer noch vernachlässigt….auch ich habe nur zwei Hände und Frage mich manchmal wieso ich mir das Angetan habe….drei Kinder wenn man berufstätig sein muss geht einfach nicht….man wird sich und den Kids nicht gerecht, egal was man tut und wie sehr man sich auch anstrengt …und dem Haushalt erst recht nicht. Aber ich liebe meine Kids über alles und freue mich das Glück zu haben sie eine Weile begleiten zu dürfen..auch wenn das Haus ständig dreckig ist (trotzt andauerndem putzen)….ich immer wieder einen der zahlreichen Termine vergessen habe… (Waldmorgen…wirklich…schon wieder?!?)…und mir schon wieder der Name des Jugendleiters vor Müdigkeit….entfallen ist…und mein Auto wie eine fahrende Müllhalde aussieht….ich würde mich jederzeit wieder für die drei entscheiden..

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  2. Hallo,

    Ich bin auch Mama von drei Kindern.
    Unsere älteste Tochter war eigentlich schon ein Kind zum abgewöhnen. Sehr viel Unruhe, schlaflose Nächte und und. Bei unserem Sohn kam ich dann das erste Mal nach bereits 6 Wochen in das Vergnügen, Durchschlafen kennenzulernen.
    Bis dato dachte ich wirklich, dass gibt es nicht, zumindest nicht für mich. Alles soweit gut, bis ich unerwartet schwanger wurde.
    Wir haben Probleme gehabt überhaupt Kinder zu bekommen und zwischen meiner grossen Tochter und meinem Sohn hatte ich 3 Fehlgeburten. Hmm und nun ein drittes. Das war zunächst schwierig.
    Als im 5 Monat war, begann mein Sohn nachst zu wandern..und das in unser Bett. Seit dem schlafe ich wieder, keine Nacht mehr durch.
    Als dann unser Nesthäckchen zur Welt kam, wurde die Welt vollkommen auf den Kopf gestellt.
    Die Sprüche, dass das Dritte so mitläuft, finde ich nicht treffend..
    Natürlich ist man geübter und hat Routine, aber das größte Dilemma ist und bleibt, gerecht zu werden.
    Jeden Abend mache ich mir Gedanken, wie ich es am nächsten Tag besser machen könnte. Mehr Aufmerksamkeit auf die Kinder richte. Haushalt und Wäsche liegen lasse.
    Oh ja. Aber letztendlich komme ich auch nicht aus meiner Haut. Trotz Putzfrau, ist es doch ein ständiges sauber machen und reinigen. Manchmal möchte ich die Arbeit einfach nicht mehr und viel lieber mit den Kindern Dinge machen, aber dann, holt einen die Realität ein..und lässt man es liegen..wird es nicht weniger.
    Für mich ist es der härteste Job der Welt. Ständig zwischen Liebe und Wahnsinn.
    Aber ohne, möchte man auch nicht mehr sein.
    Es ist, so glaube ich, alles eine Frage der Zeit.

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