Braucht es zum Erziehen ein Konzept?

Der Großteil meiner Texte geht mit mir viele Tage oder manchmal sogar Wochen auf Reisen. Begleitet mich beim Joggen und sitzt mit mir im Business-Flieger zum nächsten Meeting. In Gedanken formuliere ich ganze Textpassagen – korrigiere sie dann wieder und fange teilweise wieder von vorne an. Bevor die Texte also in meinem Blog landen waren sie in der Regel sehr lange in meinem Kopf und meinem Herzen. Bei diesem über die Frage nach dem Erziehungskonzept ist das anders…

 

Vor einigen Tagen bekam ich aufgrund eines Twitter-Postings die Frage gestellt:

 

 

Und seitdem weiss ich, dass ich darüber gerne schreiben möchte und denke darüber nach, wie ich die Gedanken in meinem Kopf zu Papier bringen kann.

Braucht es zum Erziehen ein Konzept?

In den meisten Dingen bin ich ein Autodidakt, lese selten Ratgeber sondern höre meistens auf mein Gefühl. So ist es auch in der Kindererziehung.

Wenn ich aber so selbstbewusst behaupte ich habe ein Erziehungskonzept – worauf beruht dieses dann?

 

Mein Erziehungskonzept ist Kommunikation!

 

Wenn es um meine Kinder, meine Ehe und auch meinen Job geht steht für mich die Kommunikation immer im Mittelpunkt. Mit Reden habe ich meine Ehe in die richtigen Bahnen gelenkt, in einer Zeit in der nicht alles nur Sonnenschein war. Mit Reden haben mein Großer, mein Mann und ich es geschafft mit Mobbing umzugehen und zu überwinden.
Und ich dem ich mir selbst immer wieder gut zugeredet habe, habe ich dieses Jahr einen Triathlon bezwungen.

In der Erziehung möchte ich, dass meine Kinder verstehen was mir wichtig ist, worauf sie besonders achten müssen und was ich nicht will.

Dafür muss ich viel reden.
Immer wieder.
Und oft immer wieder das Gleiche.

 

Ich möchte, dass sie verstehen warum sie einen Helm tragen sollen beim Radeln, Rollern und Skifahren.
Ich möchte, dass sie verstehen warum sie sich vor und nach dem Essen die Hände waschen müssen.
Ich möchte, dass sie verstehen warum es wichtig ist rücksichtsvoll und verständnisvoll zu sein.

Mein Schwiegervater sagt ich diskutiere zu viel mit den Kindern. Und ich der ein oder anderen Situation hat er sicherlich recht. Doch oftmals glaube ich, dass der Weg des „Befehl Ausführens“ wie er es primär lebt nur der für ihn bzw uns Erwachsene einfachere ist.
Denn ganz ehrlich: Immer und immer wieder reden und sich Erklären, Diskutieren und Verhandeln ist oftmals wirklich anstrengend.

 

Manchmal läuft das mit der Erziehung anders als geplant!

Ich schaffe es auch nicht immer nur zu reden – manchmal schreie ich leider auch bin überhaupt nicht mehr „pädagogisch wertvoll“. Dennoch habe ich das Gefühl, dass es so wie wir es machen ganz gut für uns funktioniert. Ich fühle mich wohl mit meinem „Erziehungskonzept“ und habe das Gefühl es passt zu mir und unserer Familie.
Und ich denke genau darum sollte es gehen – einen Weg zu finden, der als Familie der Richtige ist. Mit dem die Kinder und die Erwachsenen sich wohl fühlen und glücklich sind.

Der Name ist dabei wirklich zweitrangig, solange alle damit glücklich sind!

Oder?

 

Merken

3 Kommentare

  1. Da bin ich ganz bei Dir.
    Ich habe jahrelang ähnlichen Gegenwind von meiner Mutter bekommen und ihn erfolgreich ignoriert,-)
    Auch ich glaube fest daran, dass Kinder, die verstehen, warum es gerade so und nicht anders laufen muss, verständiger werden, als Kinder, die nur Befehle ausführen sollen.
    Und ja, ich schrei auch manchmal herum. Aber meine Jungs wissen, wenn ich mich wieder abgeregt habe, dann wird wieder vernünftig miteinander geredet.-)

    Antworten
  2. Ich kann das auch unterschreiben. Wobei ich manchmal schon auch zu mir selber sage: Nicht diskutieren, machen! Das ist dann der Fall, wenn meine Tochter argumentieren will, warum sie jetzt aber das so und so machen/haben will. In der Regel höre ich zu. Manchmal ist aber auch einfach gut und Deckel drauf. Sonst diskutiert man wirklich ewig. Bei den mir wichtigen Dingen bin ich konsequent und diskutiere nicht zwangsläufig. Alles andere hat Spielraum und die Tochter Mitspracherecht. Ihr Lieblingssatz ist mittlerweile (schmollend!): „Ich verstehe das aber nicht“ , weil sie genau weiss, dass ich dann erkläre 😉 Sie ist ein Schlitzohr!

    Antworten
  3. Hey!

    Bin gerade das erste Mal auf deinem Blog und mag dir gleich ganz feste nickend zustimmen!

    Ich finde es toll, wenn „es“ aus dem Bauch raus kommt. Mir selber ist das leider nicht gegeben, sondern ich verschlinge erst so viel Wissen & Meinung wie mir grad möglich ist und schaue dann was mir mein Bauch sagt.

    Auch wenn mein Sohn gerade erst ein gutes Jährchen zählt, so fühle ich mich doch oft einfach selbst erstmal „entzerrt“ wenn ich erklärt hab, wieso etwas gerade nicht geht und dass ich seinen Ärger trotzdem verstehe … tue ich das nicht fällt es mir viel schwieriger WIrKlicH ruhig zu bleiben – also auch innerlich.

    Was mir beim fokussieren hilft ist tatsächlich der eine oder andere Gedanke aus den Kloetersbriefen – sie helfen mir gelegentlich beim reflektieren und wahrnehmen.

    Ich bin mir ziemlich sicher hier nun öfter zu lesen!
    Herzlichen Gruss und schöne Tage im alten Jahr.
    ~ Tabea

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.