Für mehr Glück und weniger Groll und Neid!

Gestern Abend sah ich auf Netflix den ersten Teil der Serie „Chef´s table„.
Eine Serie, in der es um Starköche und ihre Werdegänge geht.

In Folge eins erzählt ein durchaus attraktiver Italiener namens Massimo Bottura, wie er mit viel Energie, Leidenschaft, Willen und Unterstützung seiner Ehefrau seinen Weg durch viele Täler und Niederlagen bestritt, um am Ende stolzer Besitzer eines mehrfach ausgezeichneten Restaurants zu sein.

Selbstverständlich ist Massimos Frau Lara ebenso bezaubernd und wunderhübsch. Beide haben einen unglaublich lässigen Klamottenstil und versprühen so viel Begeisterung und Liebe für das was sie tun.

Eine ganze Zeit lang überlegte ich, ob dieses wunderbare Paar wohl Kinder hat?

In der Mitte des Filmes war ich mir ziemlich sicher, dass dem nicht so ist. Wie soll man sonst bei so vielen Plänen, Einsatz und Arbeitspensum denn noch eine Familie „dazwischen kriegen“ und dabei immer noch solche Leichtigkeit versprühen. Unmöglich, oder?!

In den letzten 10 Minuten werden meine „Vorurteile“ beeindruckend widerlegt! Dieses wunderschöne Paar auf meinem Laptop hat nicht nur Kinder – nein, der jüngere Sohn der Beiden hat zu dem eine Behinderung, die ihn und seine Familie durchs Leben begleiten.

Die Folge geht zu Ende und ich sitze da und frage mich, wie das geht?

Im ersten Moment verspüre ich sogar Neid!

Doch da ich diesem Gefühl keinen Raum geben möchte, denn Neid ist in meinen Augen unproduktiv und unfair, versuche ich mich von Massimo und Lara inspirieren zu lassen. Hinterfrage, was sie wohl anders machen als wir – was ihr Antrieb und ihr Ziel ist. Ich gleiche dies mit unserem Ist-Zustand ab – dem was für uns möglich ist in der Umsetzung – was zu uns passt – und was eben doch nicht für unsere Lebensrealität machbar ist.
Denn ich bin ja nicht Lara – und meine Mann nicht Massimo. Wir leben nicht in Italien und auch wenn ich kochen kann – ein Restaurant führen entspricht nicht meinen Talenten.

Aber das ist auch nicht schlimm. Denn ich mag mich ja – und mein Leben!  Aber ich mag es mich weiter zu bewegen – mich inspirieren zu lassen – mich für das Glück anderer zu freuen und mich anstecken zu lassen. Mich motivieren zu lassen von ihrem Erfolg und mir damit immer wieder neuen Antrieb zu verschaffen glücklicher, besser, erfolgreicher und zufriedener zu werden. Beruflich UND privat!

Denn Neid blockiert uns nur. Nimmt uns den Blick auf uns selbst und unser Glück. Bremst uns aus und gibt uns vieles – nur sicher kein gutes Gefühl. Viel wichtiger noch, es nimmt uns die Möglichkeit uns mit unseren Mitmenschen zu freuen und von ihrem Glück anstecken zu lassen und etwas wirklich Gutes für uns ALLE daraus zu machen.

Wenn also Eure Freundin Euch erzählt, dass sie schwanger ist, dann freut Euch mit ihr für dieses Geschenk. Nehmt ein wenig von der Hoffnung mit, dass dies auch für Euch möglich ist, wenn euer Kinderwunsch bis dato noch unerfüllt ist oder ein weiterer besteht.

Wenn Eure Kollegin befördert wird – gönnt es ihr. Feiert sie. Wendet Euch nicht ab. Haltet Kontakt. Tauscht Euch auch weiterhin mit ihr aus. Sie hatte Erfolg – und sicher werdet auch ihr bald Erfolg haben. Eure Chancen das dies passiert erhöhen sich um so mehr, wenn ihr Euch loyal und eben nicht neidisch verhaltet.

Neid ist grundsätzlich nichts „Verbotenes“. Denn Neid muss nicht unbedingt etwas Negatives sein.

Neid zeigt uns unserer Unzulänglichkeiten auf. Unsere unerfüllten Wünsche, unerreichten Ziele und schwachen Momente. Was wir aus diesem Gefühl namens Neid machen, liegt allein in unseren Händen. Wir können uns mit unserem Gegenüber freuen und für uns selbst Energie, Inspiration und Glücksgefühle ernten.
Oder wir lassen uns von diesem Neid einnehmen – unserem Gegenüber sein Glück nicht gönnen und unsere eigene Situation bedauern.

Ein Gewinn für beide Seiten ist der zweite Weg mit Sicherheit nicht. Auch wenn er im ersten Moment der bequemere und einfachere scheint….

 

Dieser Text ist für die wunderbare Mamamania!
Ich freue mich unglaublich für Dich! Ich bin mir sicher, du wirst eine großartige 3fach Mama! Meine Freude für Dich überwiegt alles (auch die Frage, ob ich nicht vielleicht doch ein 4.tes Kind bekommen sollte – die ich aber in der gleichen Sekunde mit nein beantworte) und zeigt mir selbst, welch großes Glück ich bereits habe! Danke <3

 

5 Kommentare

  1. Ich stand Kinderturnen an den Ringen und wir beide hielten unsere (großen) Kinder fest, damit sie nicht abstürzen, als meine Freundin mir etwas erzählte. Ich habe Glückstränen geheult. Pure Gänsehaut.

    Es war ein unrealistischer Wunsch, denn das erste war schon ein Wunder und viel Arbeit (für die Kinderwunsch-Ärzte). Für diesen Marathon hatte sie keine Kraft mehr. Wie unfassbar schön, dass das kleine Mädel nun einfach so sich eingeschlichen hat, oder?

    Sie war damals übrigens die erste, die meine zweite Schwangerschaft bemerkte und mir am nächsten Tag ein wunderschönes Päckchen mit Mama-Beauty-Produkten überreichte. Sie konnte von Herzen gönnen und jetzt ist sie selber wieder schwanger.

    LG Kerstin, die wieder Gänsehaut beim Schreiben hat

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  2. Liebe Andrea,

    so sehe ich das auch- gönnen können, ohne wenn und aber, das ist wichtig. Natürlich darf man, so wie du es ja auch getan hast, mal über das „was wäre wenn“ nachdenken. Das finde ich gut, weil es einem Herzenswünsche ja auch verdeutlicht. Aber nur weil etwas bei mir nicht ist (unabhängig mal von der gestrigen Diskussion um Schwangerschaft, die auch mich sehr mitgenommen hat), dann kann ich mit meinem neidischen Gefühl ja überprüfen, wie wichtig etwas ist. Aber das anderen zum Vorwurf machen, nein, das finde ich nicht schön.
    Ich gönne jedem alles, was aber auch daran liegt, dass ich eben glaube, dass wir alle unterschiedliche Dinge im Leben wollen.

    Danke für deinen Text!

    Alles Liebe,

    Andrea

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  3. Liebe Andrea, vielen Dank für diesen wunderbaren Text! Sich mit jemanden zu freuen ist an seinem Glück teilzunehmen und Freude daraus schöpfen!
    Viele Grüße, Dominika

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  4. Neid ist schrecklich und Babys sind wundervoll. Das eine passt nicht zum anderen. Ich finde es auch wichtig – wie mir die #schwangernichtschwanger Debatte zeigt, bei so sensiblen Themen besonders achtsam gegenüber Wörtern zu sein. Wie schnell frotzelt man doch ein paar plumpe, aber so verletzende Worte vor sich hin… Für eine Welt voller Liebe, in der sich all die süßen Babys und Kinder rundum glücklich fühlen! LG Verena

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