Der Arbeitsmarkt von heute ist anders! Anders als ich ihn noch aus meinen Erinnerungen aus der Kindheit kannte. Mit Mitte 30 kauften meine Eltern ein Haus in München – und auch wenn mein Vater in all den Jahren einige male den Arbeitgeber wechselte, so fand er immer einen neuen, guten Job in München. Selbst im mittleren Management. Einen Vereinbarkeitsversuch – den gab es damals nicht. Denn in der Regel waren Mütter Hausfrauen.

Heute wird von Arbeitgebern Flexibilität gefordert. Heute München, morgen Hamburg und in 3 Jahren Frankfurt. Eigentlich kein Problem – so ein Umzug ist ja schnell gemacht – bis zu dem Zeitpunkt, wenn man nicht mehr nur Arbeitnehmer sondern auch Eltern ist.

Mein Vereinbarkeitsversuch – ein Upgrade!

Nach einer lange, aufreibenden Suche fand mein Mann einen neuen, tollen Job. Eine echte Chance – die es zu ergreifen gilt. Doch diese Chance liegt in Düsseldorf.

Düsseldorf ist nicht das Problem – ich mag die Stadt, alte Studienkollegen leben dort. Doch meine Kinder kennen dort niemanden. Auch gibt es keine Probezeit-Garantie – und der Vertrag ist, wie auf diesem Level üblich auch nur ein 2-Jahres-Vertrag.

So geht mein Mann nun alleine nach Düsseldorf. Unser Großer sagte sofort „Mama, ich habe hier meine Freunde, ich will hier nicht weg“ und auch meinen tollen Job und Arbeitgeber möchte ich nicht von heute auf morgen aufgeben für eine ungewisse Zukunft in einer neuen Stadt.

Unsere Entscheidung war recht schnell klar!
Für die nächsten 12 Monate heißt es Wochenendehe.

Eine Entscheidung die wir – so absurd wie das klingt – primär für unsere Kinder getroffen haben. Denn wir mussten uns eingestehen – ab einem gewissen Alter der Kinder sind es nicht mehr nur die Eltern, die einen wichtigen Stellenwert im Leben der Kinder haben.
Freunde – das schulische Umfeld, Klassen- und Sportverbände geben unseren Kindern Sicherheit und ein Gefühl von Heimat.
Sie dieser Heimat zu berauben ohne zu wissen was die Zukunft bringt wäre egoistisch und nicht fair!

Vater-Tochter-Momente

Vater-Tochter-Momente – Sie werden nun sicher weniger…

So verbrachte ich die letzten Monate mit der intensiven Suche nach einem Au Pair. Denn mein Job – auf dessen Gehalt wir mit den Mehrkosten von Zweitwohnung und Reisekosten nun mehr denn je angewiesen sind – beinhaltet Reisezeiten, die mit einem normalen Babysitter nicht zu decken sind.

Die Suche war nicht einfach und lief auch nicht wie geplant. Aber wenn auf den letzten Metern nichts mehr schief geht, sind wir ab Mitte September Gasteltern einer 25jährigen Griechin.
Der große Sohn sagte dazu „Bald habe ich eine große Schwester“ und ich hoffe sehr, dass es sich auch genau so anfühlen wird. Da ich selbst mit 18 Au Pair in den USA war, hatte ich nie Angst vor diesem Schritt und davor, einen neuen Menschen in der Mitte unserer Familie mit aufzunehmen.

Ja – im September ändert sich vieles. Der Große kommt in die 3. Klasse, die Jüngste ist fortan kein Krippen- sondern ein Kindergarten-Kind und unter der Woche bin ich also „Lonely-Parent-Rider“ – mit einer hoffentlich helfenden Elfe.

Ich nenne es „Vereinbarkeitsversuch – Level 2“

Und ich bin sehr gespannt was dieses Level alles mit sich bringt.

 

Wenn Du mich auf meiner Reise begleiten willst abonniere doch meinen Newsletter

[wysija_form id=“1″]

 

 

Merken