Arbeiten mit Kind – ein Partnerschaftsprojekt

Ok – Ihr habt entschieden. Dann schreibe ich also über das Arbeiten mit Kindern als Partnerprojekt.

Wenn ich ehrlich bin, ist dieses Thema für mich in den letzten Wochen erst dann stärker in den Fokus gerückt, als mein Mann es immer öfter angesprochen hat.
Seit unser erstes Kind geboren wurde bringen mein Mann und ich uns beide gleichermaßen nach unseren Möglichkeiten bei der Kinderbetreuung und Erziehung ein. Für uns stand das von Anfang an auch nicht in Frage, dass dies anders sein könnte.
Gemeinsam gemacht – gemeinsam gewollt – gemeinsam und gleichberechtigt verantwortlich.

Da ich persönlich gerade auf einigen Kanälen „Vollgas“ gebe (mein Job, mein Blog, Familie 2.0, Triathlon-Vorbereitung und noch ein großes Projekt, von dem ich noch nicht erzählen kann) höre ich ganz oft den Satz:
„Wahnsinn – wie schaffst Du das bloß bei drei Kindern und Job?!?“

Meine Standardantwort ist hier eigentlich: Man wächst mit seinen Aufgaben!
Denn das ist tatsächlich meiner Meinung nach die Basis des Ganzen.
Zudem habe ich mich für all diese Aufgaben freiwillig entschieden. Aus eigenem Antrieb und mache jedes dieser Dinge mit Leidenschaft und Spaß. Damit ist es einfach keine Arbeit sondern mein Leben, für das ich mich entschieden habe und das ich genauso liebe.

Zurück aber zu meinem Mann.
Der sagte eines Tages: „Was meinen die denn eigentlich, wie du das machst?
Wer kümmert sich denn um die Kids wenn Du nicht da bist? Wer bringt sie morgens in die Kita, holt sie vom Sport ab usw.

Als ich dann gestern den Blogbeitrag eines Vaters auf der Online Ausgabe des SZ-Magazins gelesen habe: Ein schwerer Stand war für mich klar – darüber muss ich bloggen. Denn mein Mann hat so was von Recht!

Vater_Sohn
Ich muss gestehen ich habe mich geärgert über einige Twitter-Kommentare mit dem Tenor „Mimimi – die sollen sich nicht so haben“.
Mal ganz ehrlich liebe Damen da draußen. Wir gebären die Kinder vielleicht mit unserer eigenen Frauen-Power – aber alles danach ist (mit einigen Ausnahmefällen – Thema ganz alleinerziehend und Co) ein Partnerprojekt.

Gerade wenn beide arbeiten liegt es auf der Hand, dass  beide Partner sich beim Thema Logistik, Betreuung und Co. gemeinsam einbringen.
Das bedeutet aber auch, dass wir Frauen die Jungs auch machen lassen müssen.

Auch wenn Papa ohne Matschhose auf den Spielplatz geht – das Wichtige ist doch, dass er mit dem Nachwuchs auf den Spielplatz geht, oder? Wenn die Sachen danach vor Dreck stehen – Papa waschen lassen und danach passiert ihm das nie wieder. Wetten!?!
Auch wir Frauen sind doch in die Rolle der Mutter reingewachsen. Dieses Recht haben die Männer im gleichen Maße!

Wenn Frau Reifen wechselt gibt es auch sicher zig Dinge, die Mann anders machen würde. Wenn die Reifen am Ende aber auf dem Auto sind – und es sicher fährt…. Ziel erreicht! Der Weg ist dabei nicht immer so entscheidend!
Eine perfekte Arbeitsteilung ist wenn beide arbeiten und Kinder haben unabdingbar.
Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die sich uns eröffnen, wenn wir uns keine Schranken setzen.

Kind Sandkasten
Zum Beispiel so:
Mama geht schon morgens um 6.00 Uhr ins Büro und ist dann um 14.00 Uhr schon wieder im Kindergarten. Papa übernimmt dafür die Morgenschicht und hat somit auch noch gleich etwas mehr Zeit für sich und die Kids.
So haben alle gewonnen. Mama weil sie entspannt arbeiten gehen kann. Papa, weil er Zeit mit den Kindern hat und die Kids, weil sie Zeit mit dem Papa und der Mama haben.
Ich für meinen Teil werde nun meine Standard-Antwort ändern!
Auf die Frage: „Wie machst Du das bloß alles“
werde ich nun antworten: „Im Team – mit meinem Mann.“

Denn gemeinsam ist das mit dem Arbeiten mit Kindern eigentlich gar kein so großes Problem wie viele meinen!

In diesem Sinne
Einen lieben Gruß
Eure Working Mom

2 Kommentare

  1. Liebe working-mom,
    es ist jetzt zwar schon einige Zeit her, dass Sie den Blog-Eintrag über das Arbeiten mit Kind gemacht haben, aber ich wollte trotzdem noch darauf antworten. Tja, mit meinem Zeitmanagement habe ich das nicht eher geschafft, aber jetzt habe ich endlich Urlaub, womit wir beim Thema wären.

    Es ist einerseits natürlich vollkommen richtig, was sie schreiben, Familie funktioniert nur im Team von Mann und Frau. Und trotzdem: diesen Blog-Eintrag empfand ich schon als Provokation.

    Zunächst kam ich mir schon vor wie so ein Versager, weil ich längst nicht dieses Mega-Programm im Leben fahre, so wie sie. Ich habe zwar auch meine Tochter (mehr als ein Kind ist es bisher noch nicht einmal) und meinen Vollzeit-Job. Aber viel mehr kommt, ehrlich gesagt, nicht dabei herum in meinem Fall. Ich gehe einmal in der Woche zum Sport, beim Triathlon werde ich bestimmt nie starten, ich habe kein eigenes Blog, beruflich habe ich keine Sonderprojekte und Karriere mache ich da auch nicht mehr. Da hat sich erst mal die Frage gestellt: Was für ein Versager bin ich eigentlich, was mache ich falsch ?

    Nach weiterer Überlegung kam ich aber auch zu der Frage, ob die Darstellung in Ihrem Blog-Artikel vielleicht aber doch nur die halbe Wahrheit ist. Könnte das sein ? Kommen bei Ihnen nicht noch viele verschiedene andere glückliche Umstände hinzu, die Ihnen dieses anspruchsvolle, beneidenswerte Leben ermöglichen ?

    Zu nennen wäre da zunächst einmal der Umstand, dass Ihre und die berufliche Tätigkeit Ihres Mannes ja wohl perfekt zusammenspielen, was die Betreuung der Familie anbetrifft. Wenn ich es richtig verstehe, stammen Sie zumindest aus einer Großfamilie, es gibt wahrscheinlich Großeltern, Tanten und Onkel oder andere Verwandte, die sich auch schon mal um die Kinder kümmern dürften. Dann vermute ich mal, dass keines der Kinder besonders krank ist und von daher besonderen Augenmerks bedarf. Ebenso vermute ich, dass keine alten und kranken Angehörigen betreut werden müssen (und wenn doch wäre das mit Großfamilie nicht so schwer zu stemmen).

    Ist es nicht vielleicht doch mehr als nur fester Wille im Leben, wenn man alles gut kombinieren kann, sondern eben auch eine gute Portion Glück ?

    Viele Grüße

    Antworten
  2. Lieber Dirk,
    Sie haben vollkommen recht! Ich habe sehr viel Glück! Ich habe tatsächlich meist gesunde Kinder und auch noch keine Familienangehörigen, die wir pflegen müssen.
    Wir haben die finanziellen Möglichkeiten uns auch mal einen Babysitter leisten zu können und Arbeitgeber, die unserer Lebenssituation kennen und uns im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen.

    Ich bin der Meinung: Jeder so viel wie er kann und wie er will!
    Und das ich manchmal so viel und auch noch gleichzeitig will ist auch nicht immer nur ein Segen! Für mein Umfeld und für mich!

    Dieser Artikel sollte also eher ein Aufruf an alle Familien gewesen sein sich des Themas Kinder gemeinsam anzunehmen und gerade die Leistung die auch Männer hierbei übernehmen nicht zu unterschätzen!
    Ich habe hier manchmal das Gefühl das Vollzeitarbeiten wird hier unterschätzt! Gerade weil ich es selbst einige Monate selbst versucht habe!
    Sie haben als meine vollste Hochachtung.
    Lieber Gruß
    Andrea

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