Multitasking ist Multischeisse

Ok, zugegebenermaßen – die Headline ist nicht besonders freundlich! Aber um ehrlich zu sein bin ich auch nicht immer nett und freundlich. Manchmal gibt es Tage, da bin ich einfach nur wütend! Genervt! Müde vom Multitasking! Und müde von diesen Multi-Anforderungen, die immer wieder an uns Frauen gestellt werden!

 

Multitasking – wirklich? Braucht das einer?

 

Ich meine nicht das Multitasking in Form von „Brote für die Kinder schmieren und dabei Englisch-Vokalben abfragen“, oder „Auto fahren und dabei über die Freisprecheinrichtung einen Zahnarzttermin für den Sohn vereinbaren„. Dieses Multitasking beherrschen wir Frauen denke ich alle.

Ich spreche vielmehr von dem Multitasking wie: Geduldige Mutter sein, Vorsitzende im Elternbeirat und Kanone im Ehebett. Aber bitte alles an einem Tag. Denn so einzeln kann das ja jede.

Und wehe zwischen all diesen Anforderungen sind die Kinder dabei nicht wohlgeraten, liebevoll und gut in der Schule! Shame on you, wenn du das nicht im Griff hast!

Aber wenn dann doch mal der Tag kommt, an dem Du das alles drauf hast. Dieser kurze Moment, in dem die Kinder saubere Klamotten tragen, Du geschminkt bist und Zeit hast ein Buch zu lesen, während Deine Kinder spielen – dann poste das bitte nicht auf den Social Media Kanälen. Diesen perfekten Mist will doch keiner sehen! Du machst den Anderen damit doch nur ein schlechtes Gewissen. Muss dass denn wirklich sein?

Was – Du arbeitest und hast Karriereziele obwohl Du Mutter bist? Du bleibst zu Hause und Deine Kinder gehen nicht in den Kindergarten! Wie kannst Du nur!

Oder willst Du etwa gar keine Kinder haben? Was bist du denn für ne Frau? Das ist aber nicht normal, oder!

 

STOP!

Das geht nur mich was an!

 

Ob ich mich vegetarisch ernähre, die Hausaufgaben meiner Kinder täglich kontrolliere – oder es lieber sein lasse und ihnen vertraue. Ob ich gerne Sport mache – oder viel lieber koche und esse. Ob ich gerne Arbeiten gehe oder meine Kinder nach dem Konzept „kindergartenfrei“ großziehe. Das ist alleine meine Sache!

Es ist meine Entscheidung – und die meines Partners – und wir sind auch die, die mit den Konsequenzen unserer Entscheidungen leben müssen! Ich kann Multitasking machen und ganz viele Erwartungen und Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Aber ich kann es auch einfach sein lassen. Mich einfach nur darauf konzentrieren was ICH wirklich will – was ich für mich und unsere Familie will.

Denn ich trage die Konsequenzen meiner Entscheidung. Wie diese Konsequenzen sein werden, dass kann keiner heute sagen. Vielleicht habe ich Glück und einige meiner Entscheidungen führen zu dem Ergebnis, das ich mich erhoffe. Vielleicht ist dem auch nicht so. Das wissen wir beide nicht.
Nur eines ist sicher – ist meine Konsequenz und ich werde damit umgehen müssen – und nicht Du!

Dazu kannst Du gerne eine Meinung haben – doch solange ich Dich nicht nach Deiner Meinung frage kannst Du sie auch gerne für Dich behalten.

Oder Du erzählst mir einfach ehrlich und unvoreingenommen, warum Du Dich anders entschieden hast. Du fasst meine Entscheidung nicht als Kritik an Deinem Lebenskonzept auf und gibt uns somit die Möglichkeit von einander zu lernen anstatt einander das Gefühl von Kritik zu vermitteln.

 

Multitasking geht nicht. Alles auf einmal geht nicht!

 

Eins ist auf jeden Fall klar. Ich kann nicht alles auf einmal haben und auf einmal wollen. Ich kann nicht allen Anforderungen gerecht werden. Das sollte auch nicht mein angestrebtes Ziel sein.
Mein Ziel ist es, mich in meiner Haut und meinem Leben wohl zu fühlen. Mein Ziel ist es erst mal mich und dann auch meine Familie glücklich zu machen. Mein Glück hat dabei vielleicht mehr Facetten als Deines – oder auch weniger.

Das liegt daran, das ich so bin wie ich bin – und du so bist wie du bist. Und das ist auch gut so!

Meine Ansprüche sind nicht Deine Ansprüche und meine Ziele sind nicht Deine. Wenn wir das alle verinnerlichen, dann wird der Druck von außen weniger. Dann können wir aufhören per Multitasking zu versuchen diese lange Liste an (externen) Anforderungen zu erfüllen und einfach nur auf uns selbst hören.

Wäre das nicht herrlich?

 

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9 Kommentare

  1. Oh Du hast ja so Recht!!
    Leider vergisst man sich selbst manchmal dabei, alles lösen zu wollen und für jedes noch so kleine Problemchen eine Strategie zu haben..
    Wie erfüllend es ist, das Kind auch mal einfach machen zu lassen, habe ich gestern wieder gesehen.
    Erst haben wir uns gestritten, dann habe ich ein Brot gebacken (hatte somit Zeit für mich) und es war alles wieder gut, die Gemüter haben sich beruhigt.

    So kann´s laufen 🙂

    Antworten
  2. 🙂 Ich habe bei Multitaskin im Titel erst mal an etwas anderes gedacht (Telefon und Brei kochen und Katze streicheln und und und), aber selbstverständlich kann ich Deinen Gedanken nachvollziehen.

    Wir alle ziehen und zerren aneinander rum, wollen dass die anderen uns sehen und es am besten auch so machen.

    Ich glaube mittlerweile, dass das ganze ein Problem mangelnder Wertschätzung ist. Wenn wir uns ALLE gegenseitig mehr wertschätzen würden, würde das Zerren aneinander vielleicht aufhören? Nur wenn ich Dein Leben als genauso lebenswert erachte als meines, kann ich Dich genau so leben lassen, wie Du willst.
    Warum wir das nicht können?

    Keine Ahnung, eine Mischung aus Gesellschaft, Medien, Erziehung und Generation?

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  3. Hallo, Deine Headline ist super. Sie sagt doch schon alles.
    Ich lasse in meinem Alltag sicher sehr viel weg, denn ich arbeite momentan 37 Wochenstunden und was von meiner Zeit dann noch übrig ist, geht an meine Kinder und die Wäsche. That´s it. 🙂 Natürlich gäbe es da noch viel mehr, was ich tun sollte/müsste/könnte/gerne würde. Aber wenn ich mich in der Woche zu sehr verzettele, würde ich überhaupt nichts mehr hinbekommen. Und deshalb reduziere ich meine Vorhaben und genieße, was manchmal darüber hinaus doch noch geht (vor dem Abendessen eine oder zwei Seiten in meinem Buch lesen, nach dem Abendessen mit meinem Mann Tee trinken und dabei drei Sätze am Stück austauschen, abends noch etwas schreiben, manchmal auch alleine spazieren gehen) und alles andere verlege ich aufs Wochenende. Ich glaube, unser Leben funktioniert im Moment ganz gut so und in ein paar Monaten schaue ich dann mal, was ich anders regeln will. 🙂 Lieben Gruß, Martamam

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  4. Danke Danke Danke! Genau so geht’s mir oft.

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  5. Na das klingt aber nach Frust!
    Also von den ganzen grammatikalischen Fehlern mal abgesehen, finde ich den
    Bericht ziemlich daneben: Wer sich selbst in ein „Schaufenster“ stellt, muss auch damit leben können.
    Sich wichtig im Netz zu produzieren, dann aber die öffentliche Meinung nicht vertragen
    geht gar nicht.
    Mal erst nachdenken hilft oft.

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    • Meine Kritik hat doch nichts mit dem von dir definierten „Schaufenster“ zu tun sondern mit meiner Rolle als Mutter und Frau.
      Zudem würde ich sehr wohl behaupten, dass ich öffentliche Meinung vertrage. Denn sonst hätte ich ihren doch sehr angreifenden Kommentar sicher nicht veröffentlicht.
      Da ich aber der Überzeugung bin, das Austausch richtig und wichtig finde, lasse ich auch ihre Meinung gelten. Auch wenn ich diese etwas überzogen finde.

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  6. Hallo Andrea, lustig, habe gerade die gleichen Gedanken. Und auch im Sinne der Achtsamkeits-Philosophie ist Multitasking Multischeiße! Liebste Grüße nach München, melde mich bald mal bei der zwecks Zusammenarbeit. Liebe Grüße, Laura

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